Im Widerstand?

Heute, Anfang Januar, erreicht uns die Nachricht, dass 2018 bereits 400 verzweifelte Menschen, die das Mittelmeer überqueren wollten, gerettet werden mussten. Vor Libyens Küste haben es geschätzte 150 Menschen nicht geschafft und sind ertrunken. 3116 Flüchtlingen wurde letztes Jahr das Mittelmeer zur Todesfalle. In der Christmette rief Papst Franziskus zur uneingeschränkten Solidarität mit verfolgten Menschen auf. Trotzdem geschieht das Gegenteil, auch unter Christen - die Gesellschaft bewegt sich im deutschsprachigen Raum erheblich nach rechts. Von deutschsprachigen  Rechtspopulisten und sektiererisch-fundamentalistischen Gruppen, die schon seit vielen Jahren einen Etikettenschwindel betreiben, indem sie sich als "Christen im Widerstand" gegen eine angebliche Zwangssexualisierung durch die LGBT-Bewegung, den "Genderismus" und gegen die "Islamisierung" Europas durch Flüchtlinge inszenieren - kommen die wesentlichen ideologischen Impulse. Vorreiterin dieser Bewegung ist seit Ende der Neunziger die neo-konservative Soziologin Gabriele Kuby. Sie fand eine Nachahmerin in der antifeministischen Publizistin Birgit Kelle. Diese wiederum begleitete den Wahlkampf der Nationalrätin Gudrun Kugler (ÖVP) in Wien, die für das Team Kurz (ÖVP)/Strache (FPÖ) gezielt die Stimmen gläubiger Christen zur Durchsetzung einer Politik abgriff, welche hinter den Kulissen Verbindungen ins rechtsextreme Lager aufweist. Mit meinem Autorinnen-Blog hoffe ich, philosophische, theologische und kulturwissenschaftliche Schlaglichter auf das Geschehen und seine Umstände zu werfen.

Hamburg, 07.01.2018

 

Seit Februar 2018 veröffentliche ich hier meinen Polit-Roman Roman-Experiment (2018).

Unter der Rubrik Stimmen der Zeit.

 


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