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Tea-Party-Prediger Johannes Hartl verteidigt sein politisches "Christentum" gegen das Evangelium der Liebe!

Tea-Party-Prediger Johannes Hartl verteidigt sein politisches „Christentum“ gegen das Evangelium der Liebe!

Am 21.05.2018 kommentiert der katholische Theologe Johannes Hartl auf seinem Blog die Royal Wedding. Bischof Curry hätte begeisternd, berührend und glaubwürdig über die Liebe Gottes gepredigt, so MEHRkonferenz-Guru Hartl – allerdings kann es seiner Meinung nach nicht nur um das zentrale Grundanliegen Jesu gehen, wenn man die Möglichkeit hat, ein so großes Publikum zu beeinflussen, denn erstens macht man sich dabei in die Hose (und wenn nicht, dann ist das ein Wunder) und zweitens sind Leidenschaft und spürbare Liebe nicht genug (das wäre ein Wunder). Doktor Johannes Hartl klärt uns auf, dass Liebe nichts Göttliches ist: „Es gibt eben nicht nur die Kraft der Liebe, sondern es gibt auch jene Kräfte im Herzen des Menschen, die lieber nicht lieben wollen. Oder nicht wirklich, nicht wahrhaftig, nicht selbstlos. Und wenn es noch so nett klingt: nein, wenn Menschen einander lieben, ist das noch nicht automatisch etwas Göttliches, denn auch menschliche Liebe ist gebrochen, kann zutiefst fehlgeleitet und von allen möglichen anderen Motiven durchsetzt sein. Jene Kräfte – die die Bibel „Sünde“ nennt – sind eben nicht nur kleine Macken, sondern prägen unser Inneres auf so verhängnisvolle Weise, dass wir uns aus eigener Kraft daraus eben nicht befreien können.“ Liebe ist für den Tea-Party-Ohrenkitzler Hartl vielmehr das, wofür man Applaus von den linksverseuchten Kindern unser Zeit bekommt – also kann sie ja nicht richtig sein, denn was göttlich ist, was richtig ist, das bestimmt ja die Tea-Party-Politik. Und da kann dann auch das Evangelium, die Botschaft Jesu von Liebe und Barmherzigkeit, mal ganz schnell verdächtig sein, sich an der Grenze zum Pelagianismus, also zur verurteilten Ketzerei zu bewegen: „Dass wir ohne Jesus tot sind in unserer Sünde. Aus eigener Kraft unfähig, die Welt oder uns selbst gesund zu lieben. Curry hat hier nichts gegenteiliges gesagt. Doch es geht hier auch um Nuancen. Dass Jesus uns ein Vorbild gegeben hat und die Welt eine neue wird, wenn wir anfangen zu lieben – das ist zwar wahr, doch erstaunlich nah an der Lehre eines Mönches, der im Jahr 385 getauft worden war und danach in Rom zu predigen begann. Sein Name: Pelagius. Seine später als „Pelagianismus“ bezeichnete Lehre wurde 417 von Papst Innozenz I. mit folgenden Worten verurteilt: >Das ist das fürchterliche und verborgene Gift eures Irrtums, dass ihr vorgebt, die Gnade Christi bestehe in seinem Beispiel, aber nicht in der Gabe seiner Person; und dass ihr sagt, die Menschen würden gerecht durch die Nachahmung seines Beispiels, nicht aber durch die Gabe des Heiligen Geistes.< Unterstelle ich Bischof Curry diese Lehrmeinung? Nein. Doch so sehr ich mich an anderer Stellen über diese Predigt freue, so sehr erkenne ich auch, wie viele Christen genau das glauben: Jesus hat uns ein Beispiel gegeben und wenn wir alle den Frieden und die Liebe leben, dann wird die Welt ein besserer Ort. Das ist eine gefährliche Teilwahrheit, um nicht zu sagen überhaupt keine Wahrheit.“ Der königliche Johannes Hartl hätte also lieber selbst gerne die Predigt zur Royal Wedding und vor allem eine andere gehalten, und abgesehen davon, dass er sich auf der Kanzel bepisst hätte, lässt er uns in besagtem Blogbeitrag ALL YOU NEED IS LOVE? wissen, „(D)ass aus der Beziehung zu diesem Jesus und der Erfüllung mit seinem Geist ein ganz neues Leben in uns beginnt nach ganz neuen Gesetzen, den Gesetzen seines Reiches. Doch dass der Anfang all dessen echte Umkehr, Buße und Bekehrung sei… Ohne dieses Element fand ich die Predigt immer noch imposant, doch eben theologisch nicht wirklich solide. Bei aller Freude, dass das Wort von der Liebe und der Versöhnung so prominent verkündigt wurde, brennt in mir die Sehnsucht, dass wir lernen, das Evangelium unterscheiden zu lernen von preisreduzierten Varianten.“  Das politische „Christentum“ sieht es nicht vor, Liebe und Versöhnung in den Mittelpunkt seiner politischen Agenda zu stellen; die Neue Rechte pocht auf klare Abgrenzung ihres „Evangeliums“ vom Evangelium. Herzlich Willkommen im Paradies: Hey Joh(annes), where you going with that gun in your hand?