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Der Marsch ihres Lebens!

Der Marsch ihres Lebens!

In der TAZ vom letzten Wochenende konnte man etwas über die Lebensschutz-Szene lesen. Mit Staunen stellte ich fest, dass dann immerhin recht kritisch auch der Name der Wiener Nationalrätin Gudrun Kugler fiel (Team Kurz/Strache). Ihre politische Karriere fasste sie früh ins Auge, das Opus Dei und der Marsch für das Leben waren über Jahrzehnte ihre Plattformen im rechtskatholischen Spektrum, sowie ihr Unternehmen einer „konservativen“ Partnervermittlung, das katholische Online-Heiratsportal kathtreff, das sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Martin Kugler (Pressesprecher des Opus Dei) aus der Taufe hob, dem Betreiber und Organisator der Agentur Kairos-PR, die sich als katholische PR-Agentur auf „verfolgte Christen" spezialisiert hat, besonders in Europa. Als Verfolger europäischer Christen werden von ihnen eine Homo-Lobby, eine Trans-Gender-Lobby, eine linke Lobby aus Vertretern einer aktuellen Sexualpädagogik und der Straffreiheit der Abtreibung nach Paragraph 218, sowie Feministinnen ausgemacht, welche weiterhin für die Wahl plädieren, technische, hormonelle oder natürliche Verhütungsmethoden zu praktizieren, für die Wahl, vor der Ehe Sex zu haben oder vielleicht überhaupt nicht zu heiraten und trotzdem Sex zu haben, und Kinder zu haben oder auch nicht. Rein zufällig taucht Nationalrätin Gudrun Kugler überall da auf, wo unter dem Deckmantel des „Lebensschutzes“ gegen Menschen gehetzt wird, die nicht ihrem rechtskatholischen Bildungsplan entsprechen, der da lautet: du sollst nicht schwul sein, du sollst nicht poppen ohne Kinder zu kriegen, du sollst heterosexuell heiraten, du sollst deinem Volk und seinen Führern Kinder gebären zur politischen Verfügung, denn die Ehe ist kein Selbstzweck, schon gar nicht wenn du katholisch bist, du sollst nicht sexuell befreit sein. Darauf angesprochen, warum man sie immer noch stets dort antrifft, wo man sie auch erwartet, erst recht nach ihrem angeblichen (dem politischen Amt geschuldeten) Ausstieg aus der Szene, behauptet Gudrun Kugler, sie sei nur rein zufällig in der Nähe beschäftigt gewesen und könne deswegen auf keinen Fall für das verantwortlich gemacht werden, was bei solchen Veranstaltungen vorgetragen wird, aber selbstverständlich trägt sie, nachdem sie nun mal eben rein zufällig gebeten wurde, zufällig eben auch rein spontan gerne vor, denn zugegeben: Netzwerke seien alles! Aber das eins klar ist: gegen die Behauptung, sie sei (religiös) extrem, prüfe sie als Nationalrätin und Juristin bereits gerichtliche Schritte. Hört, hört! (Und da waren sie wieder, Kuglers "verfolgte Christen in Europa" und ihre Kairos-PR ...)