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Chauvinistische Gewalt gegen Frauen und Mädchen und ihr doppelter Missbrauch!

Chauvinistische Gewalt gegen Frauen und Mädchen und ihr doppelter Missbrauch! Während ich dieser Tage HIGH TIMES, die Lebensbeschreibungen der wilden Jahre von Uschi Obermaier lese, stürmen gleichzeitig grauenvolle aktuelle Meldungen über (Gruppen-)Vergewaltigungen von Mädchen und Frauen innerhalb und außerhalb Europas auf mich ein, die mich fassungslos zurücklassen. Auch Uschi Obermaier erlebte ihren eigenen Angaben nach zumindest versuchte sexualisierte Gewalt, trotzdem wohnt ihrem flapsigen, humorvollen und doch ernsthaften, nämlich aufrichtigen Ton, geboren aus ihrem Freiheitsdrang, ihrer Freiheit, für die sie immer gekämpft, viel riskiert, für die sie gelebt hat – es haftet ihrem unverkennbaren Ton eine Erfahrung an, die ihr niemand nehmen kann: die Erfahrung einer zutiefst errungenen, wenigstens in Ansätzen gefühlten Autonomie inmitten und trotz der Gegebenheit der frauenfeindlichen „Frauen“-Rolle, die einer solchen noch zur Genüge von außen zugedacht war damals … damals  in den 50er, 60ern und darüber hinaus. Wo stehen wir heute? Das muss man sich doch fragen angesichts der doppelt missbrauchten Opfer. Heute macht man mit der unerträglichen Gewalt gegen Frauen verlogene rassistische Politik, die in Wahrheit genau diese sexualisierte Gewalt geradezu leidenschaftlich unter den Tisch kehrt und durch eine Außenfeindprojektion ersetzt: die muslimischen Barbaren, die Neger, die Illegalen, die Flüchtlinge sollen plattgemacht werden. Wo bleibt die seriöse Debatte, das längst überfällige post-post-moderne Eingeständnis, dass Mädchen und Frauen bis heute die Selbstbestimmung so vielfach versagt geblieben ist? Wo bleibt die breite engagierte Debatte über die chauvinistische Heterosexuelle Matrix, die zu neuem Schwung ausholt in rechts-rechter Koalitionen vor der Haustür oder in Putins gelobtem Land und Übersee bei Porno-Trump, diese menschenverachtende chauvinistische Matrix, die sich zu oft selbst noch nicht einmal widerwillig hinterfragt hat, zum Beispiel in bestialisch mordenden Königshäusern aus Tausendundeiner Nacht, mit denen der Westen seine Milliardengeschäfte macht.

Und was ist das: Uschis gefühlte Freiheit? Was ist das wert? Meiner Meinung nach darf man sie nicht unterschätzen. Wir bewegen uns ganz offensichtlich politisch zurück, das bedeutet doch zumindest, dass wir ganz fix auf bewährte Strategien zurückgreifen sollten, die nach dem Zweiten Weltkrieg, nach dem Dritten Reich, eine kraftvolle authentische Gegenbewegung erzeugten zum Schweigen, zum Unter-den-Teppich-kehren, zum So-tun-als-ob-nichts-gewesen-wäre. Und ob was (gewesen) ist: Es riecht verflucht nach einem neuen Weimar!

 

Aus ihrer Jugend hat Uschi uns diese Erinnerung anvertraut, wie sich das anfühlte – damals.

 

„Ich denke wir sind auf der Erde, um zu lieben. Darum gibt es Mann und Frau. In einer anderen Dimension gibt es diese beiden Pole vielleicht nicht mehr, da sind sie verschmolzen. Aber wir sind eben erst auf dem Weg dahin. Männer waren schon früh das Aufregendste für mich – dieses Vibrieren in der Luft. Das war der totale Thrill, wenn die hinzukamen und ich von ihnen beachtet wurde. Männer versprachen Abenteuer, die Möglichkeit rauszukommen, die Welt zu erobern. Allein hätte ich mir das nicht getraut, aber wenn ein Mann dabei war, schon. Damals wurde alles Interessante von Männern gemacht. Frauen waren bloßer Zierrat, der nie wirklich was Eigenständiges zustande brachte.“

 

Über ihre spätere Beziehung zu ihrer Liebe Dieter Bockhorn schreibt sie:

 

„Bockhorn hatte unterdessen etwas mit seiner alten Freundin Engel gehabt. Er unternahm einen halbherzigen Versuch, mich auch so zu nennen, aber nachdem ich ihm sagte, was er mit den Kosenamen seiner abgelegten Hühner machen könne, nannte er mich nur noch Hexe. Das hat mir auch besser gefallen.“

 

Machen wir aus dem neuen Weimar besser sofort (wieder) HIGH TIMES – bevor es (wieder) zu spät ist …