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Die Wahrheit im Test: Verwahrer Kickl haftet sicher.

Die Wahrheit im Test: Verwahrer Kickl haftet sicher.  

Ich habe hier kürzlich eine Zuschrift erhalten, die mich auf einem Abendspaziergang zu einer Frage angeregt hat: Glauben sich die Neuen Rechten eigentlich selbst? Besonders spannend finde ich diese Fragestellung in Anbetracht der Tatsache, dass es sich in den neo-konservativen Kreisen speziell fundamentalistisch-katholischer Prägung ja ausgewiesen um „Gläubige“ handelt, die in Bezug auf das Politische ideologisch die „Wahrheitsfrage“ zu stellen pflegen, ungeachtet der Voraussetzung, dass demokratische Politik ausschließlich auf dem Boden konkreter Tatsachen-Wahrheiten fruchten kann, welche ihrerseits ohne die aufrichtig das Gemeinwohl betreffenden Prozesse gar nicht relevant wären – im Gegensatz zur religiösen oder philosophischen Wahrheit, welche ja ohne politischen Kontext diskutierbar sind;  glauben diese Gläubigen sich eigentlich selbst ihre Verschwörungstheorien (Gendermainstreaming, Homo-Lobby, Sexismusdebatte, Gutmenschenterror, Islamisierung …) und ihren „christlichen Widerstand“ gegen links (ihr neues rechts). Glauben sie sich selbst, was sie da alles erfunden haben, um ihren klerikal-faschistischen Fetisch auszuagieren, ohne dabei als die Neue Rechte identifiziert werden zu können? Glauben sie sich selbst, dass ihre neo-konservativen Verbindungen ins rechtsextreme Milieu etwas mit ehrbarem Widerstand im besten Sinne des Wortes zu tun hätten?

Ich bin immer wieder negativ fasziniert vom Sendungsbewusstsein dieser „Missionare“; sie agieren mit einem Bekehrungswillen, der schlechterdings an den Seeleneifer Heiliger erinnern könnte – wenn da nicht dieses Problem mit der Wahrheit wäre. Die Überzeugung, die hier mit Gewalt durchgesetzt werden soll, ist eben etwas anderes als Wahrheit, und wenn uns die Wahrheitsideologie von den Neuen Rechten auch noch so oft als „die Wahrheit“ eingehämmert werden soll auf dem Wege politischer Machtspiele und polizeilicher Drohgebärden bis hin zur Abänderung von Gesetzen (auf dem Wege faktischer Macht, die leider von langer Hand errungen wurde und nun so rasch wie möglich ausgebaut werden soll), indem Demokratien weiter unterwandert und diktatorisch umgebaut werden – diese „Politik“ besitzt keinerlei „Wahrheit“, denn ihr absoluter Mangel an Tatsachen-Wahrheit hat mit Demokratie nichts mehr zu tun … meine Nachtschwärmerei über die dunkelblauen Felder einsamer Öde hat mir Dunkelheit und Sturm prophezeit, mir war, als erzitterte die Natur vor dem Menschen; und der Hund auf meinem Schoß zwang mich zu einer langen Pause auf der Bank, er hielt die Schnauze in den Wind, und der Wind schrie: Wolfgang. Schon bald werden sie wieder mit Knüppeln kommen – Wolfgang Blankschein im Herbst 2017.